museum-digital:umgang-mit-sensiblen-bildinhalten
Inhaltsverzeichnis
Umgang mit sensiblen Inhalten
Konkrete Bildmotive
- Alle Fotografien, auf denen Geschlechtsorgane von Personen exponiert im Mittelpunkt stehen und/oder eine Person auf bestimmte körperliche Merkmale reduziert werden, werden nicht veröffentlicht.
- Dasselbe gilt für Abbildung, auf denen Personen – über das Maß medizinhistorischer Inszenierungsformen hinausgehend – erniedrigend und respektlos dargestellt werden.
- Ebenso nicht veröffentlicht werden jegliche Darstellungen unbekleideter bzw. sexualisierter Minderjähriger
praktische Umsetzung auf Bildebene
- In Absprache mit museum-digital haben wir Fotos, die wir aufgrund ethischer Bedenken nicht veröffentlichen wollen, über die Anwendung eines Filters unscharf gestellt, sodass diese nur schemenhaft erkennbar sind. Hierzu haben wir den Gaußschen Weichzeichner genutzt.
- Die eingestellte Unschärfe kann das gesamte Bild oder einzelne Bereiche betreffen.
- Im Beschreibungstext erklären wir, warum wir das Bild nicht oder nicht gänzlich im Klarformat zeigen.
- Erklärende Sätze können sein:
- Weil heute nicht mehr nachvollzogen werden kann, unter welchen Umständen und Bedingungen diese Fotografie einer nackten Person entstanden ist, wird die Abbildung hier nur zum Teil in Klarform gezeigt.
- Die Abbildung wird aufgrund ihres rassistischen Inhalts hier nicht im Klarformat dargestellt,
- Die Abbildung wird, da es sich laut Bildunterschrift um die Darstellung einer minderjährigen, unbekleideten Person handelt, hier nicht im Klarformat dargestellt.
- Bei grenzwertigen Abbildungen – siehe dazu unten – haben wir das Objekt so eingestellt, dass das Hauptbild nur schemenhaft erkennbar ist und erst die nachfolgenden Bilder das Motiv in Klarform zeigen. Damit wollen wir vermeiden, dass Personen ungewollt mit der Darstellung von Motiven konfrontiert werden, die eine triggernde Wirkung haben könnten. Über eine Contenwarnung im Beschreibungstext weisen wir auf den Inhalt der nachgestellten Bilder hin, sodass Nutzende selbst entscheiden können, ob sie sich das Bild anschauen wollen oder nicht.
- zu den grenzwertigen Abbildungen zählen wir
- Darstellungen von Gewaltszenen ohne eine realistisch anmutende Ästhetik (z. B. Strich- bzw. Amateurzeichnungen, alte Kupferstiche etc.)
- Moulagen oder Zeichnungen von Geschlechtsteilen
Textebene
- Bei Personen, von denen angenommen werden muss, dass sie sich nicht eindeutig oder konstant als männlich oder als weiblich verortet haben, vermeiden wir die Verwendung von Pronomen,
- Auch wenn der Genderstern (*) in museum-digital in Suchalgorythmen nicht berücksichtigt werden kann, haben wir, ihn bei Personen verwendet, die sich nicht im binären Geschlechterspektrum verorten ließen. Damit ist die Information zwar nicht maschinen-, aber menschenlesbar.
- In den Beschreibungstexten markieren wir keine Person als z. B. „weiß“ oder „schwarz“ und verzichten auch auf Zuschreibungen einer vermeintlichen Nationalität. Stereotype geben wir nur mit dem Hinweis auf eine beabsichtigte Bildinszenierung wieder und markieren diese dann mit Anführungszeichen.
- Wir nutzen keine rassistischen Begriffe in Klarform – auch nicht im Rahmen von Zitaten. Bei Zitaten maskieren wir diese Begriffe und stellen eine Contenwarnung voran. Eine Liste der maskierten Begriffe wird im Laufe des Projekts erstellt, sodass alle Mitarbeitenden wissen, welche Begriffe wie zu maskieren sind.
- Im Falle von rassistischen oder ableistischen Fotografien reproduzieren wir im Beschreibungstext nicht die im Bild eingesetzten rassistischen bzw. ableistischen Bildinszenierungen, um auch auf sprachlicher Ebene diese nicht zu reproduzieren. Statt dessen verweisen wir auf die zum Ausdruck kommenden eurozentrischen/kolonialen bzw. ableistischen Kontexte.
- Medizinhistorische Begriffe setzen wir in Anführungszeichen und weisen auf die zeittypische Verwendung hin. Historischen Bezeichnungen jenseits des medizinhistorischen Diskurses, die von Personen als diskriminierend und/oder triggernd empfunden werden könnten, stellen wir eine Contentwarnung voran. Auch hierzu erstellen wir eine Liste, um einen einheitlichen Umgang mit ethisch schwierigen Begriffen zu gewährleisten.
Matrix für problematische Inhalte (Stand Dezember 2024)
Contentwarnungen und maskierte Begriffe (Stand Dezember 2024)
Contentwarnungen werden gesetzt bei:
- Beschreibung von sexuellen Handlungen zwischen Menschen, zwischen denen ein Machtgefälle herrscht (z. B. Erwachsene/Kinder)
- Zitate aus historischen Texten, die rassistisches, ableistisches, extrem pathologisierendes oder sexistisches Vokabular nutzen oder Personen misgendern
- Contentwarnungen werden mit dem Begriff Contenwarung bzw. Content Notification eingeleitet. Dahinter folgt der Grund der Warnung
Maskierte Begriffe;
- N-Wort = ***
- Mi*geburt, Mi*bildung
museum-digital/umgang-mit-sensiblen-bildinhalten.txt · Zuletzt geändert: 2024/12/04 17:54 von esrapaul

